Diorama 1848 - Schwabentor
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Schwabentor heute
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Chronik und Bilder zum Museum bis 2008:
Die Zinnfigurenklause
Modell der Zähringer Burg
Konrad von Zähringen
Die Schneeburg
Der Bauernführer Hans Müller
Die Befreiungsschlacht der Eidgenossen
Bauernproteste in Stühlingen 1524
Die Küssaburg im Bauernkrieg
Laufenburg am Hochrhein 1525
Die Burg Altfalkenstein
Das Rafzerfeld im Klettgau
Martin Luther




Die im Jahr 1995 total neu gestaltete 1. Etage der Klause mit den stadteigenen Diaoramen,
der neu installierten Beleuchtung und dem Stromverteiler für 3 Etagen.
Foto: H.P.Vieser




Modell der Zähringer Burg auf dem Schlossberg in Freiburg. Erbaut um 1100 von Bertold II.
Endgültig zerstört um 1745.




Zinnfigur "Konrad von Zähringen"

Die feierliche Übergabedes Marktrechtprivilegs
an die Stadt Freiburg im Jahr 1120.





Reichsritter mit Reichsadler aus dem Sortiment von 10.000 Zinnfiguren
(U.a. Sempachschlacht 1386, Bauernkrieg 1525, Revolution 1848,
Kultur, Musik, Natur, Trachten, Beruf und Märchen)





Die Schneeburg auf dem Schönberg bei Freiburg im Breigau, zerstört 1525.
(Nach Verweigerung der alten Bauernrechte und Neufassung in den 12 Artikeln)
Planer und Gestalter: A.A.Lehmann





Der Bauernfüher Hans Müller aus Bulgenbach im Schwarzwald,
Grafenhausen-Staufen mit den Fahnen im Bauernkrieg im Jahr 1525.

Die Sturmfahne "Freyheit" und die Bundschuhfahne mit dem bäuerlichen Riemenschuh des 15. und 16. Jh. waren die Widerstandssymbole gegen die herrschenden Unterdrücker. (Aufstände am Oberrhein 1493, in Württemberg 1541 der "Arme Konrad". Im Südwesten beendete der Truchseß von Waldburg, Heerführer des Schwäbischen Bundes, den so genannten Bauernkrieg rücksichtslos, folternd und sehr blutig. Der Bauernführer Hans Müller wurde am Hochrhein in Laufenburg enthauptet.)
Diorama Planer und Gestalter: A.A.Lehmann





"Der Geist der Freiheit ist die Festung des Volkes"

Schauspiel zur Hinrichtung des Bauernführers Hans Müller aus Bulgenbach. Dasrstellervorbereitung von Johanna Eschenauer mit den Hauptdarstellern Kreuz und Weiß der Alemannischen Bühne. Erstaufführung 1992. Am Pult der Verfasser Andreas Müller.





Die Befreiungsschlacht der Eidgenossen, Sempach am 09.07.1386

Leopold der III., Herzog von Österreich, fürchtete sein Territorium und seine Macht in der Schweiz zu verlieren, wenn er die Vorhaben seiner Gegner, die eine eigene Rechtsordnung in Freiheit und die Trennung vom Haus Österreich anstreben, nicht rechtzeitig bekämpft. Um seine Rechte wieder herzustellen war er bereit, mit seinem kampfbereiten Ritterheer Luzern anzugreifen und zu besetzen.

Auf dem Marsch nach Luzern befahl er den Rittern, in einer Lichtung mit Wasser und Schatten vor Sempach zu rasten, um die verriegelten Stadttore nicht von vom Marsch und Hitze ermüdeten Rittern erstürmen zu müssen. Die Abwehrkämpfe gegen die im Wald sichtbar gewordene Vorhut nahm er nicht ernst, da seine Kundschafter den Verteidigungsplan der Eidgenossen nicht kannten.

Eine große Streitmacht aus den Urkantonen und Luzern, versteckt hoch oben im Wald, warteten auf einen Befehl zum Angriff auf das ruhende Ritterheer. Mit Hellebarden bewaffnet, pirschten sich die kampfbereiten Männer, geschützt durch den Wald, an die Lichtung heran. Der Befehl zum Sturm kam zur Mittagszeit. Das plötzliche Kriegsgeschrei mit dem Überraschungsangriff löste bei dem Ritterheer eine Panik aus. Die Knechte flohen mit den Pferden und die Ritter, um nicht unehrenhaft dem Kampf auszuweichen, griffen verzweifelt nach ihren Spießen und stellten sich dem Bodenkampf. Stechend und schlagend mit den Hellebarden voran, zerschlugen die Eidgenossen, die auch zahlenmäßig stärker waren, die Abwehr der Ritter. Unter den Toten auf dem Schlachtfeld lag auch der Herzog Leopold und sein treuer Begleiter und Mitsrteiter Martin Malterer aus dem Breisgau. Das dramatische Ende des Ritterheeres beendet auch die Herrschaft der Habsburger über die Schweiz.

Die mit 1150 Zinnfiguren dargestellte Kampfhandlung mit den Fahnen der Ritter und Fahnen der Eidgenosssen und weitere Details im Diorama, veranschaulichen das dramatische Ende der Schlacht. Ein Zeugnis hierfür ist auch die Schlachtkapelle aus dem Jahr 1387 und das Gebeinhaus in Sempach.
Diorama Planer und Gestalter: Artur Andreas Lehmann.





Stühlingen im Kreis Waldshut im Jahr 1524

Erste Station der protestierenden Bauern war das Schloss Hohenlupfen an der Schweizer Grenze. Mit den Fahnen des Bundschuhs, der Sturmfahne "Freyheit" und der Fahne des gekreuzigten Heilands zogen sie über das Unter- und Oberdorf zu dem weithin sichtbaren Schloss, um sich gegen die gnadenlose Leibeigenschaft und Rechtlosigkeit zu beklagen. Im Zorn und Unmut verkündeten sie ihre Artikel, zogen ab und hofften dass sie erhört werden.

Mit einer Beute-Kanone zusätzlich ausgerüstet führte der Bauernführer im Jahr 1525 seine kämpferisch gestimmten 12.000 Bauern, zunehmend verstäkt von Ort zu Ort, über den kalten und noch zum Teil verschneiten Schwarzwald nach Freiburg. Sie belagerten den Schlossberg und beschossen das Gebäude der herrschenden Obrigkeit. Von dem Angriff überrascht, ergab sich Freiburg ohne Widerstand.

Mit ihren Fahnen und geschmückten Wagen zog das Bauernheer jubelnd zur Stadtübergabe zum Schwabentor. Nach Verlesung der in allen Fürstentümern bekannten Memminger "12 Artikel", und von der Stadtobrigkeit schliesßlich schwörend angenommen, wurden dem Bauernführer 3.000 Gulden überreicht, um Unheil von der Stadt abzuwehren. Danach zog "Hans Müller" siegesbewußt mit seinem Bauernheer friedlich ab.

Diorama: Fernsicht zum Schloss perspektivisch verkürzt. Die ca. 850 Flachfiguren haben vorne die gängige Größe von 30 mm, zum Schloss hin sind die Figuren kleiner und ganz oben kaum sichtbar.
(30 mm Figuren und größere Vorrätig!)




Die Küssaburg, Kreis Waldshut, im Bauernkrieg anno 1525

Unter dem Druck der wehrhaften Bauern hielt es der Landgraf von Sulz für richtig, die schon weit über den Klettgau hinaus bekannten "Zwölf Artikel" anzuerkennen. Im Glauben, dass der Graf seine Versprechen halten wird und zu seinem Schwur steht, zogen die Belagerer, unter Führung von Klaus Wagner aus Gießen, zum zweiten Mal friedlich ab. Nach der grausamen Niederwerfung des Aufstandes und Gefangennahme des Bauernführers Hans Müller, wurde die Burg zur stärksten Landfeste ausgebaut.
Im 30-jährigen Krieg - 1634 - als die Schweden zum zweiten Mal erschienen, verließen die kaiserlichen die Burg fluchtartig, nahmen mit, was mitzunehmem war und brannten ihre stolze Feste total ab. Zurück blieb eine Ruine.
Diorama: A.A.Lehmann




Laufenburg am Hochrhein anno 1525

Listig vorbereitet und auf Befehl des Todfeindes Ritter Ulrich von Habsberg wurde der oberste und tapfere Schwarzwälder Bauernführer Hans Müller aus Bulgenbach gefasst, gefangen genommen und am 23. August 1525 vom Schaffhausener Henker hingerichtet. Ungebeugt wollte er sterben und bat den Henker den Kopf mit dem Schwert ihm stehend abzuschlagen. Der Fürstenkrieg gegen die Bauern war gnadenlos und grausam und in der Verfolgung verloren 100.000 Bauern ihr Leben.




Die Burg Altfalkenstein im 12. Jahrhundert

Ein schmaler Bergpfad an der B31, zwischen Himmelreich und dem Hirschsprung führt zu einem Rastplatz und an Mauerresten der Burg vorbei. Nach Verurteilung der Falkensteiner als Wegelagerer, wurde die Burg im 14. Jh. zerstört. Ein im Diorama nachgestellter Raubüberfall bestätigt das Urteil. In Frühjahr 1525 nutzten die aufständischen Bauern das schmale Tal als Sammelplatz für den geschlossenen, kampfbereiten Marsch nach Freiburg.
Diorama: A.A.Lehmann




Der Kampf um die Freiheit starb für weitere 12 Generationen
am 04.11.1525 im Klettgau auf dem Ratzerfeld

Die noch nicht zerschlagenen Bauernscharen zogen sich auf das Ratzerfeld zurück, um sich gegen den "Schwäbischen Bund" der Habsburger, unter Führung des Feldhauptmanns, Truchseß Georg von Waldburg, und gegen den Besitzanspruch der Habsburger am Hoch- und Oberrhein zu verteidigen. Das kampferprobte Ritterheer hat die Bauern am 04.11.1525 hart attackiert und einen Tag danach vernichtend geschlagen.
Die sorgfältige Auswahl der Zinnfiguren, zu den um ihr Leben kämpfenden, leibeigenen und entrechteten Bauern, veranschaulichen den Kampf und das Sterben im direkten Gefecht. Die auf der Flucht befindlichen starben im Verfolgungwahn der Ritter.
Diorama: A.A.Lehmann




Öffentliche Verbrennung der Bann-Androhungsbulle 1520

Verbrennung der päpstlichen Bann-Androhungsbulle durch Martin Luther anno 1520. Durch die Veröffentlichung der 95 Thesen anno 1517 - gegen Ablaß und Buße - wurde Martin Luther dem Kirchenbann unterworfen und als Ketzer verurteilt. Im Reichstag zu Worms - Mai 1521 - kam Kaiser Karl nicht umhin, ohne auf die Vollzähligkeit der Reichsstände zu achten, dem standhaften und reformfreudigen Theologen zu verurteilen und die Reichsacht zu verkünden. Mit Unterstützung des Kurfürsten Friedrich III, dem Weisen, wurde Luther auf die Wartburg entführt, wo er im Verborgenen seine Lehre fortsetzte und das Neue Testament übersetzte.




Luthers Einzug in Worms 1521

Durch die Veröffentlichung der 95 Thesen anno 1517 - gegen Ablass, Buße und Verbrennung der Androhungsbulle wurde Luther 1520 aufgefordert, seine Lehre im Reichstag zu widerrufen. Nach dem Verhör im Mai 1521 und Verweigerung des Widerrufs veründete Kaiser Karl V. über Luther, in Anwesenheit der Kläger und Fürsten, die Reichsnacht.
Diorama: A.A.Lehmann




Heimkehr

Rettung Luthers durch Überfall nach dem Verhör



9000 kunstvoll bemalte und fein ausgearbeitete Zinnfiguren führen Sie u.a. in die Geschichte des Bauernkrieges von 1525/26 und in das Leben des Mittelalters. 1150 Figuren informieren Sie über die Schweizer Sempach-Schlacht anno 1386 und über die Badische Revolution1848 in Freiburg u.a.m.

 

In 21 hellbeleuchteten Dioramen (Schaukästen) erkennen Sie in nahezu jeder Figur unterschiedlich modellierte Kampfhandlungen. Sie entdecken auch viele liebevolle Details in den bunten Miniaturlandschaften. Die Farbenpracht der Figuren und die der Jahreszeiten sind ein unvergessliches Erlebnis für Jung und Alt.

 

Die Schlachten, die unsere Ahnen vom Elsaß bis zum Bodensee in den Tälern, Wäldern, Bergen und vor den Burgen ausgetragen haben, werden in den Dioramen zur lebendigen Geschichte. Das große alemanische Kulturvolk kämpfte somit schon vor 700 Jahren um Freiheit, Mitbestimmung und Selbstverwaltung. Ein Vorgehen, das nicht immer in das Konzept der Mächtigen passte. Darüber hinaus können Sie in 8 Hängevitrinen - von der Idee des Entwurws bis hin zum Zeichner und Graveur - weitere 3000 Zinnfiguren bewundern, die in Formen aus bestem gravierfähigem Schieferstein gegossen werden. Von besonderem Reiz sind die sehr schön bemalten Vitrinenfiguren aus dem Bereich der  Literatur und Musik, der Sagen und Märchen.

 

In der seit 1998 neu eröffneten 2. Etage sind ausgestellt: der Hexengeleitzug zur Hinrichtungsstätte an der Dreisam, die Halbedelsteinschleifer in der Gerberau, viele Burgenmodelle vom Hoch- und Oberrhein im Maßstab 1:300 und das noch im Aufbau befindliche Diorama zur Revolution 1848 vor dem Schwabentor bis hin zum Martinstor. Darüber hinaus erhielt der Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause von einem Sammlerfreund aus Norddeutschland ein Leihdiorama - Waldbiotop - mit vielen Baum-, Strauch- und Tierarten.

 

Die Zinnfigurenklause wird durch den Leiter der Zinnfigurenklause und durch die aktiven Vereinsmitglieder ehrenamtlich verwaltet und gestaltet.

Die Zinnfigurenklause ist eine Einrichtung der Stadt Freiburg. Ihr Leiter wird im Museumsbetrieb und in der Ausstellungs- und Dioramengestaltung unterstützt vom

Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause im Schwabentor e.V. in Freiburg i.Br.

Vereinsvorstand
Dr. Gundolf Lüdke, Seminarstr. 29, 79102 Freiburg i.Br. Tel.: 0761 - 77907
Stefan Diener, Tel. 0761 - 2023587
Rolf Konetznik, Tel.: 9761 - 84368

Spendenkonto
204 46 48 BLZ 68050101 Sparkasse Freiburg



Chronik

der Zinnfigurenklause und des Vereins
„Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause“
im Zeitraum von 1965 bis 2008

1965:

 Mit der Eröffnung der Ausstellung von Zinnfiguren und Dioramen im Gasthaus „Schiff“ – unweit der Musikschule und der alten Messehalle – gründete Arthur Andreas Lehmann als freischaffender Hobbykünstler die Zinnfigurenklause. Dort wirkte er bis 1968.

 

1969:  

Durch die Unterstützung des damaligen Oberbürgermeisters Herrn Dr. Eugen Keidel konnte A. Lehmann schließlich Räume im denkmalgeschützten Schwabentor, das im 13. Jh. erbaut wurde, beziehen. Dadurch wurde ihm die Vergrößerung seiner Ausstellung ermöglicht. Hier und in seiner Wohnung gestaltete er mit großem Idealismus und künstlerischem Sachverstand weitere kulturhistorische Dioramen, die von seinen Freunden und von Zinnfigurensammlern sehr geschätzt wurden. Aus dem schmalen Familienbudget finanzierte er den Kauf von  Schiefersteingießformen. Unermüdlich goß er seine historischen Flachfiguren. Er entgratete,  reinigte und bemalte sie mit großer Hingabe. Die Figürchen im Miniformat mit den  unterschiedlichsten Gesichtern, den vielfältigsten Körperhaltungen in zeitgemäßen Uniformen  und Kleidungsstücken legen Zeugnis ab über das Leben in jener Epoche.

 

 

1987:

Im Jahre 1987 kam Andreas Müller erstmals nach Freiburg und besichtigte u.a. auch das Schwabentor, das Wahrzeichen von Oberlinden und die darin befindliche Zinnfigurenklause. Zwischen dem damaligen Leiter A. Lehmann und dem Besucher A. Müller entspann sich bald ein langes Gespräch über deutsche Geschichte und über den Dioramenbau. A. Lehmann spürte das starke Interesse des Besuchers an diesen Themen. Schließlich lud er A. Müller zur Zusammenarbeit ein und bat ihn für einige Wochen um Vertretung im folgenden Jahr, da er zu Studienzwecken nach Wien wolle. Das war der Beginn des Wirkens von A. Müller in der Zinnfigurenklause.

 

1988:

Nach der Rückkehr von einer erfolgreichen Reise, konnte sich A. Lehmann davon überzeugen, in seiner Abwesenheit hervorragend vertreten worden zu sein. Glücklich darüber, einen  Stellvertreter zu haben, dem er vertraute, beschloß er, von jetzt ab Exkursionen und Urlaub zu machen. Eine Studienreise nach Athen folgte. Dieses Mal jedoch kam A. Lehmann als Kranker zurück. Ein Aufenthalt in einem Krankenhaus wurde notwendig. Nach Abschluß der Behandlung wurde er in pflegebedürftigem Zustand in einem Altenheim aufgenommen. Dort besuchte ihn A. Müller zum regelmäßigen Gedankenaustausch. Alle Gespräche endeten immer mit den gleichen Worten: „Gell, Sie bleiwe doch do, ich kumm ja wieder.“ In dieser Situation fühlte sich A. Müller verpflichtet, die erhoffte Zusage zu machen, daß er die Klause beaufsichtige solange Lehmann krank ist. Fortan übernahm er dessen Aufgaben, meinend, daß jener gesunden und seine Arbeit in der Klause wieder aufnehmen könne. Es kam anders. 

 

1989: 

Zufrieden mit seinem Lebenswerk, zufrieden auch darüber, einen Nachfolger gefunden zu haben, der seine Werke achtet. Lehmann, der geschichtskundige Dioramengestalter, der von leidenschaftlichem Fleiß geprägte Hobbykünstler erlag im Juni 1989 im Alter von 80 Jahren seinen Leiden. Kurz vor seinem Tod erhielt er noch auf Anregung von A. Müller das silberne Stadtsiegel aus den Händen des Ersten Bürgermeisters, Herrn Dr. v. Ungern- Sternberg. Bereits im Rollstuhl sitzend, gekennzeichnet von seiner Krankheit, begleitet und betreut von seiner Tochter, hörte A. Lehmann die Laudatio. Auch A. Müller, der noch nicht bestätigte Nachfolger, ehrte  Lehmann als den „Vater der Zinnfigurenklause.“                                                                             

Im Spätherbst desselben Jahres wandte sich A. Müller, der aufgrund seines gegebenen Versprechens plötzlich die Aufgaben von Herrn A. Lehmann übernehmen mußte – dazu auch  noch ortsfremd – an den Oberbürgermeister Dr. Rolf Böhme mit der Bitte um Klärung der Situation der Zinnfigurenklause. Kurz darauf lud ihn der Generaldirektor der Städt. Museen, Herr Prof. Hans H. Hofstätter, zu einem Gespräch ein. Danach verpflichtete sich A. Müller vertraglich, die Klause öffentlich zu vertreten und die von der Stadt im Jahre 1985 von A. Lehmann erworbenen Dioramen u.a.m. weiterhin zu verwalten. Um die Zinnfigurenklause attraktiver und populärer zu machen, mit dem Ziel die Zahl der Besucher langfristig wesentlich zu erhöhen, gründete A. M. am 2.11.1989 den Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause im Schwabentor e. V. Freiburg.

 

1989:

Parallel dazu liefen auch die Vorbereitungen zu den Straßenschauspielen: „Sturm“ auf das Schwabentor gespielt von der Historischen Hans Müller Gruppe. Gründer der Schauspielgruppe ist Theodor Isele, Ortsvorsteher von Bulgenbach bei Grafenhausen (Schwarzwald). Heimat des Bauernführers Hans Müller

 

1991:  

Schauspiel zum Volkslied „Der Ritter von Falkenstein“. Darsteller:  das Ensemble der Alemannischen Bühne.

 

1992:

Historisches Straßenschauspiel zum Bauernkrieg von 1525 „Der Geist der Freiheit ist die Festung des Volkes“ dargeboten am Schwabentor mit 160 Darstellern aus Bulgenbach, Freiburg und Lehen. Verfasser des Schauspiels A. Müller

 

1994: 

Wiederholung des Schauspiels von 1992 mit gekürztem Text. Bei dieser Inszenierung an der Einmündung der Konviktstraße in die Salzstraße wirkten Schauspieler der Alemannischen Bühne zusammen mit 40 weiteren Personen mit.

1997:  

Übernahme der vom Liegenschaftsamt und vom Kulturbürgermeister Thomas Landsberg vermittelten und vom Hochbauamt ausgestatteten Werkräume, nach einem Stillstand der Vereinsarbeit von 2 ½ Jahren.

1998:

Verdielung der 2. Etage im Schwabentor. Auch Anfang zur Ausstellung
von Leihdioramen

1999: 

Einbau der Unterschränke. Beginn der Ausstellung unter provisorischen Bedingungen in diesen Räumlichkeiten.

2000: 

Schutzverkleidung der Exponate gegen Schmutz, Kälte und Fremdeinwirkung. Die neue Platzierungs-, Einschub-, und Beleuchtungstechnik ermöglicht, die Projekte schon in ihren Anfängen auszustellen. Ein Beispiel hierfür ist das im Bau befindliche Diorama „Die Badische  Revolution 1848“ mit den Kampfhandlungen vor dem Schwabentor. Die neue Technik erleichtert auch Wechselausstellungen mit den Burgen vom Hoch- und Oberrhein und von der Donau.                                                                                                                               

Zum Gedenkjahr an den Bauernkrieg vor 475 Jahren wurde das seit 1992 bekannte Schauspiel von 300 Darstellern und dem Ensemble der Alemannischen Bühne erstmals auf dem Augustinerplatz aufgeführt. Ab dem alten Messeplatz marschierten 16 Gruppen – zeitgerecht gekleidet – aus den Regionen Bodensee, Schwarzwald, Freiburg und vom Rhein auf Freiburg zu, in der Absicht, die Stadt zu stürmen. Am Schwabentor übergab der Sprecher des Adels und der Ratsherren, gespielt von Oberbürgermeister Dr. Rolf Böhme, der gleichzeitig Schirmherr der Veranstaltung war, dem legendären Bauernführer Hans Müller die Stadt Freiburg widerstandslos.

Um vom Amt für öffentliche Ordnung eine Genehmigung für den historischen Bauernaufmarsch und für die Veranstaltung zu bekommen, mußte der Freundes- und Förderkreis der Zinnfigurenklause die volle Verantwortung übernehmen. Das ursprünglich vorgesehene Veranstaltungs- und Organisationskomitee gab in der Besprechung vom 6.4.2000 die Verantwortung an den Verein bzw. an A. Müller einstimmig ab.

2001:

Tag der offenen Tür in den 3 Etagen der Zinnfigurenklause verbunden mit dem Malerblick und dem Gemälde von Oskar Kokoschka.

Fachkundige Ausführungen der Kunsthistorikerin und Gästeführerin Christine Moskopf M. A. zu der Bilderperspektive des Malers Oskar Kokoschka und zu den stadtgeschichtlichen Aspekten mit dem Ausblick aus den Fenstern der 3. Etage . Die faszinierende Breitsicht zum Münster unde der Panorama blick über die enst total zerstörte Altstadt, die im Baustil des Mittelalters nach 1945 wieder neu aufgebaut wurde, haben einen großen Seltenheits- und Erinnerungswert. Bei guter Fernsicht begrüßt uns auch das Elsaß mit den Vogesen und der Kaiserstuhl am Rhein.

Umrahmt wurde der Tag der offenen Tür durch zwei junge Musiker: Klarinettistin Sonja Schindelbeck und Sylvain Fiedler.

2002:

Der Ausbau der 3. Etage ist noch nicht abgeschlosssen.
Begehung nur an den Tagen der offenen Tür und zu den vereinbarten Führungen
mit dem Leiter der Zinnfigurenklause

Verfasser der Chronik: Andreas Müller,  

Leiter der Zinnfigurenklause und Vorsitzender des Vereins